Abwasser nach dem Brand im „Complexie“ vorübergehend gelagert

Bei der Brandbekämpfung am 21. September bei Complexie an der „ Helmkamp “ in Dinxperlo hat die Feuerwehr mit PFAS-belastetes Wasser aus dem Freizeitsee „Blauwe Meer“ verwendet. Nachdem die Kläranlage daraufhin vom Wasserverband geschlossen wurde, hat die Gemeinde beschlossen, das verschmutzte Abwasser abzupumpen und vorübergehend in einem Güllesilo zu lagern, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Das Wasser aus dem Blauen See wurde in der ersten Phase der Brandbekämpfung etwa 50 Minuten lang eingesetzt. Es handelt sich schätzungsweise um 150 m³. Später wurde der Brand mit Wasser aus anderen Quellen bekämpft. Da der Blaue See PFAS enthält, hat die Wasserbehörde Rijn en IJssel die Kläranlage stillgelegt. Die Kläranlage ist nicht in der Lage, PFAS aus dem Abwasser zu entfernen.

Kanalisation abgepumpt

Das kommunale Kanalisationssystem besteht aus einem Regenwassersystem und einem Abwassersystem. Das Löschwasser wird im Regenwassersystem aufgefangen und von dort in das Abwassersystem gepumpt. Vom Abwassersystem gelangt es zur Kläranlage.

Nach der Meldung des Wasserverbands hat die Gemeinde als Betreiberin des Kanalisationsnetzes im Ortskern von Dinxperlo das Regenwassersystem vom Abwassersystem getrennt. Das Wasser im Abwassersystem wurde anschließend abgepumpt, abgeleitet und vorübergehend an anderer Stelle gelagert. Diese Maßnahmen wurden am Abend des 22. September eingeleitet. Gegen 10:00 Uhr heute Vormittag waren diese Arbeiten abgeschlossen. Insgesamt wurden ca. 900 m³ Wasser aus dem abgetrennten Abschnitt abgepumpt und zur Zwischenlagerung transportiert.

Untersuchung zu gespeicherten Wasservorkommen

Die Gemeinde prüft gemeinsam mit den betroffenen Parteien, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das gespeicherte Wasser verantwortungsvoll zu entsorgen. Zu diesem Zweck hat die Gemeinde ein zertifiziertes Forschungsinstitut beauftragt. Auf der Grundlage der Ergebnisse wird festgelegt, welche weiteren Schritte erforderlich sind.

Abwasserkanal wieder freigegeben

Die Wasserbehörde hat am 23. September um 12.00 Uhr die Zufuhr aus dem Abwassersystem des Ortskerns Dinxperlo zur Kläranlage wieder freigegeben. Damit kann der normale Abwasserabfluss wieder aufgenommen werden. Das Regenwassersystem wird von einem spezialisierten Unternehmen durchgespült, gereinigt und entleert.

Die Einwohner haben keine Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen gespürt. Die Nutzung der Kanalisation wurde nicht unterbrochen.

Untersuchung der Wasserqualität

Der Brand ereignete sich auf dem Gelände des (ehemaligen) Abfallentsorgungsunternehmens Complexie. Die Gemeinde möchte daher wissen, ob möglicherweise andere Schadstoffe oder weitere PFAS, die bereits im Löschwasser enthalten waren, im Wasser vorhanden sind. Zu diesem Zweck wird eine unabhängige Untersuchung vorbereitet.

Wasserverbrauch Blauer See

Die Gemeinde ermittelt gemeinsam mit der Sicherheitsregion Nord- und Ost-Gelderland, wie die Nutzung des Wassers aus dem Blauen See bei der Brandbekämpfung genau ablief.

Auswirkungen auf das Gelände von Complexie

In den letzten Tagen lag der Schwerpunkt auf der Bewältigung des Problems mit dem Abwasser. Daher ist noch nicht bekannt, inwieweit das Gelände von Complexie durch das Löschwasser verunreinigt wurde. Während des Brandes wurde nicht nur Wasser mit PFAS verwendet, sondern es wurde auch auf einem Gelände gelöscht, auf dem verschiedene Abfallstoffe vorhanden waren.

Auch zu möglichen Auswirkungen auf das laufende Durchsetzungsverfahren gegen den (ehemaligen) Abfallentsorger kann die Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen.

Die Polizei hat mitgeteilt, dass sie unter der Leitung der Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen zu den Umständen des Brandes durchführt.

Kosten

Die Kosten für die vorübergehende Speicherung, Untersuchung und gegebenenfalls Aufbereitung des gespeicherten Wassers sind noch nicht bekannt.